
Grüner Strom.
für Grüne Wärme.
Fernwärme in Heidelberg
Eine Besonderheit Heidelbergs ist das weitverzweigte Fernwärmenetz. Seit über 90 Jahren hat sich diese Form der Energieversorgung in unserer Stadt bewährt. Aktuell umfasst das Netz rund 230 Kilometer. Damit verfügt Heidelberg über einen wesentlichen Baustein, um die regionale Wärmeversorgung großräumig klimaneutral zu gestalten.
Die Kommunale Wärmeplanung sieht zudem einen weiteren Ausbau im Stadtgebiet vor: Bis 2030 sollen zusätzliche 35 Kilometer Fernwärmenetz entstehen. Gleichzeitig planen die Stadtwerke, den Fernwärme-Anteil am Wärmemarkt bereits bis 2030 auf 70 % zu erhöhen.
Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, bedarf es moderner, zukunftssicherer Wärmetechnologien auf der Basis von Grünem Strom. Nur so lassen sich die fossilen Energieträger klimafreundlich ersetzen. Die nachhaltige Wärmewende wird den Strombedarf in Heidelberg daher deutlich erhöhen. Vor diesem Hintergrund ist der geplante Bürgerwindpark auf dem Lammerskopf ein wichtiger Baustein für eine sichere, regionale und klimaneutrale Energieversorgung.
Warum Windkraft für die Wärmewende entscheidend ist
Die Stadtwerke Heidelberg bauen die Fernwärme Schritt für Schritt zu einem klimaneutralen System um. Allein in den kommenden Jahren sollen in diesem Bereich rund 200 Millionen Euro investiert werden. Ein zentraler Bestandteil der nächsten Ausbaustufen sind leistungsstarke Großwärmepumpen, die Wärme aus Luft, Neckarwasser und Abwasser gewinnen.
Diese Technik arbeitet besonders effizient: Aus einer Einheit Strom entstehen rund 2,4 Einheiten nutzbare Wärme (inkl. Verluste durch das Fernwärmenetz). Wärmepumpen sind die effizienteste verfügbare Heiztechnologie — aber ihr Strombedarf ist am höchsten im Winter. Allein 2025 wurden in Deutschland rund 299.000 Heizungswärmepumpen neu installiert (+55 % gegenüber Vorjahr). Der Winterstrombedarf steigt damit strukturell. Dies gilt insbesondere in der Metropolregion Rhein-Neckar, weil perspektivisch das Großkraftwerk Mannheim (GKM) als Wärmelieferant wegfällt.
Die Wärmewende braucht Winterstrom
Solaranlagen können das nicht kompensieren: Photovoltaik liefert im Dezember und Januar nur einen Bruchteil ihrer Sommerleistung. Windenergie dagegen produziert in den Wintermonaten deutlich mehr Strom als im Sommer. Die Tiefdrucklagen der kalten Jahreszeit bringen die stärksten und konstantesten Winde — genau dann, wenn der Wärmebedarf steigt.

Damit diese Wärme aber wirklich klimafreundlich ist, werden große Mengen erneuerbarer Strom benötigt. Die sieben geplanten Windräder auf dem Lammerskopf – auf Heidelberger Gemarkung – erzeugen knapp 120 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. So entsteht direkt vor unserer Haustür Grüner Strom für Grüne Wärme. Bilanziell deckt der Windstrom vom Lammerskopf rund 16 % des aktuellen Strombedarfs der Neckarmetropole.



