
Wie viel Fläche für Energiepflanzen, Sonne und Wind?
Ein Windrad der geplanten Größenklasse beansprucht dauerhaft rund 0,5 Hektar — für Fundament und Kranstellfläche. Hinzu kommt ungefähr dieselbe Fläche temporär als Lagerfläche, diese wird nach Fertigstellung wieder aufgeforstet. Der Wald zwischen den Turbinen bleibt Wald. Für 7 Anlagen auf dem Lammerskopf bedeutet das: Rund 3,5 Hektar dauerhaft gerodete Fläche für bis zu 121 GWh Jahresstrom.
Zum Vergleich: Freiflächen-Photovoltaik bräuchte für denselben Ertrag rund 170 Hektar vollständig belegter Fläche, Energiepflanzen wie Energiemais für Biogas liefern pro Hektar rund 0,023 GWh Strom im Jahr. Um 121 GWh zu erzeugen, wären ca. 5.261 Hektar Ackerland nötig — eine Fläche, die ungefähr der Hälfte des gesamten Heidelberger Stadtgebiets entspricht.

Warum plant Heidelberg jetzt selbst?
Das umfangreiche Natura-2000-Gutachten bestätigt, dass die geplanten Windräder am Lammerskopf nicht im Konflikt mit den Schutzzielen des FFH-Gebiets stehen. Sowohl die Obere Naturschutzbehörde als auch der Regionalverband teilen diese Einschätzung.
Die Untersuchung ging weit über das hinaus, was in der Regionalplanung üblich ist. Nur die Zuwegung wurde nicht abschließend geprüft, weil das normalerweise erst im späteren Genehmigungsverfahren passiert. Dennoch strich die Verbandsversammlung den gesamten Standort aus dem Regionalplan, vorgeblich weil durch Wegverbreiterungen 0,3–0,6 Hektar des 250 Hektar großen Lebensraumtyps „Hainsimsen-Buchenwald“ betroffen sein könnten – was den Orientierungswert von 0,25 Hektar minimal überschreitet.
Deshalb plant Heidelberg jetzt über den Flächennutzungsplan selbst. Alternative Trassen und Ausgleichsmaßnahmen für die Zuwegung werden aktuell bereits geprüft.

Wie viel CO2 spart der Windpark ein?
Die 8 Windräder erzeugen 8 * 17,3 GWh/a = 138 GWh/a = 138.000.000 kWh. Eine kWh Kohlestrom emittiert 0,000939 Tonnen CO2, also sparen die Windräder 138.000.000 * 0,000949 = 130.962 Tonnen CO2 pro Jahr. Ein Hektar Wald absorbiert 6 Tonnen CO2 pro Jahr, um also 130.962 Tonnen CO2 zu absorbieren, braucht man 130.962 / 6 = 21.597 Hektar Wald. Der Lammerskopf hat eine Größe von 2.023 Hektar, d.h. man braucht 21.597 / 2.023 = 10,67 Lammersköpfe, um dieselbe Menge CO2 zu absorbieren, wie die Windräder einsparen.

Wie sieht es am Lammerskopf aus?
Der Lammerskopf ist ein über 20 Quadratkilometer großes Waldgebiet. Nicht alles davon ist geschützter Lebensraum; es gibt auch innerhalb des FFH-Gebiets große forstwirtschaftlich genutzte Bereiche mit Nadelholz-Monokulturen ohne biologische Vielfalt. Dies wurde durch ein umfangreiches Gutachten untersucht und kartiert.

Wie sehen die Windräder aus?
Windräder sind nicht unsichtbar. Allerdings sind sie viel weniger auffällig, als uns manche Windkraftgegner glauben machen wollen. Die beiden Simulationen in der Grafik zeigen den Blick Richtung Lammerskopf vom Standort Theodor-Heuss-Brücke; die obere wurde nach dem offiziellen Leitfaden für Windkraft-Visualisierungen erstellt, ohne Vergrößerung und mit normalem menschlichen Gesichtsfeld sowie den nach der Voruntersuchung möglichen Anlagenstandorten. Die untere stammt von Bürgerinitiativen gegen Windkraft und zeigt zu viele Anlagen, nutzt eine Vergrößerung und eine unrealistische Farbgebung. Mehr auf unserer Seite Visualisierungen.

Wie ergänzen sich Sonne und Wind?
Photovoltaik liefert im Dezember und Januar nur einen Bruchteil ihrer Sommerleistung. Windenergie dagegen produziert in den Wintermonaten deutlich mehr Strom als im Sommer. Die Tiefdrucklagen der kalten Jahreszeit bringen die stärksten und konstantesten Winde — genau dann, wenn der Wärmebedarf steigt. Die Grafik zeigt die mittlere monatliche Stromerzeugung der letzten vier Jahre. Dies ist besonders relevant, weil Heidelberg das Fernwärmenetz auf klimaneutrale Wärme umbaut und langfristig das Großkraftwerk als Wärmelieferant wegfällt.









