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Antworten auf

häufige Fragen

strom

Wie viele der Heidelberger Haushalte können 7 Windräder versorgen?

Heidelberg verbraucht pro Jahr ca. 740 GWh Strom, davon ca. 218 GWh in privaten Haushalten (1.401 kWh pro Person und Jahr mal 155.000 Einwohner:innen). Laut Gutachten liefert eins der geplanten Windräder mit einer Leistung von 7,2 MW bei einer Nabenhöhe von 175 m ca. 20 GWh Ökostrom pro Jahr. Abzüglich Verluste und Unsicherheiten kalkuliert das Betreiberkonsortium mit 17,3 GWh pro Anlage und Jahr. Bei sieben Anlagen sind das ca. 121 GWh/a. Damit können ca. 55 % des privaten Verbrauchs gedeckt, also 7-8 Stadtteile versorgt werden.

vergleich

Was bringt der Lammerskopf?

Alle Solaranlagen in Heidelberg produzieren pro Jahr ungefähr 51 Gigawattstunden (GWh) Strom. Das ist nur knapp ein Drittel dessen, was die geplanten acht Windräder (inklusive der Neckargemünder Anlage) auf dem Lammerskopf produzieren können. Die vier geplanten Anlagen auf dem Weißen Stein werden nur die Hälfte erzeugen.

Der Lammerskopf ist ein riesiger Schritt auf dem Weg in eine Zukunft ohne fossile Abhängigkeiten.

messungen

Wie wurde der Wind gemessen?

Beim Gutachten von anemos-jacob wurden zeitgleiche Messungen an zwei Standorten durchgeführt: direkt am geplanten Standort sowie am Referenzstandort Greiner Eck. Ziel dieser Messkampagne war nicht ausschließlich eine isolierte Langzeitmessung am Lammerskopf, sondern ein Standortvergleich von Berg und Ebene.

Am Greiner Eck liegen bereits langjährige Windmessdaten vor, die die dortigen Windverhältnisse über mehrere Jahre hinweg abbilden. Durch die gleichzeitige Messung an beiden Standorten kann eine statistische Beziehung zwischen den jeweiligen Windverhältnissen werden. Dieses Verfahren wird als Measure-Correlate-Predict (MCP)-Ansatz bezeichnet. Es ist ein etabliertes Standardverfahren in der Praxis von Windgutachten und in internationalen Leitlinien wie MEASNET beschrieben.

Zusätzlich ist vorgesehen, vor einer tatsächlichen Realisierung von Windenergieanlagen weitere und längere Messreihen durchzuführen. Diese dienen dazu, die bestehenden Ergebnisse zu verifizieren, die Unsicherheiten weiter zu reduzieren und die Datengrundlage für eine endgültige Investitionsentscheidung zu verbreitern.

ebene

Wo weht mehr Wind?

Laut Gutachten liefert eins der geplanten Windräder mit einer Leistung von 7,2 MW bei einer Nabenhöhe von 175 m ca. 20 GWh Ökostrom pro Jahr. Abzüglich Verluste und Unsicherheiten kalkuliert das Betreiberkonsortium mit 17,3 GWh pro Anlage und Jahr. Am besten Standort in der Ebene, der Kirchheimer Mühle, ermittelte das Gutachten knapp 12 GWh pro Jahr, abzüglich derselben Verluste kann man von realistischen 10 GWh ausgehen. Um also denselben Jahresertrag zu erzeugen wie auf dem Lammerskopf wären in der Ebene 12 statt 7 Windräder erforderlich. Der Grund dafür ist, dass sich Heidelberg am rechten Rand der Rheinebene befindet; dort staut sich der vorherrschende Südwest-Wind am Rand des Odenwalds. Oben auf dem Lammerskopf kann der Wind dagegen frei über die Wipfel streichen. Hinzu kommt, dass der Wind gerade im Rotorbereich eines Windrads in der Ebene aus unterschiedlichen Richtungen weht, es herrscht eine sogenannte Windscherung, die die Anlagen sogar beschädigen kann.

Jedes Windrad kostet ca. 10 Millionen Euro – die Baukosten sind mit 10-20 % dabei der kleinste Teil, auch auf dem Berg. Selbst mit dem Referenzertragsmodell ist ein solches Projekt in der Ebene nicht wirtschaftlich, vom zusätzlichen Platzbedarf ganz abgesehen.

wind

Wie stark weht der Wind am Lammerskopf?

Der oft bemühte Begriff „Schwachwindgebiet“ ist eine klimatologische Einordnung bzw. ein planungspraktischer Sammelbegriff auf Basis von großräumigen Mess- und Modelldaten. Das betrifft also Flächen im Maßstab von Dutzenden bis Hunderten Kilometern. Einzelne Höhenzüge werden hierbei nicht berücksichtigt, aber schon wenige hundert Höhenmeter erzeugen stark unterschiedliche Windverhältnisse. Gerade die Odenwaldkämme sind ähnlich windstark wie die Norddeutsche Tiefebene.

In dem Zusammenhand ist ganz besonders seltsam, wenn als Alternative für den Lammerskopf ausgerechnet die windschwache Rheinebene vorgeschlagen wird.

steil

Wie steil ist das Gelände am Lammerskopf?

Die möglichen Standorte für Windräder wurden nicht nur nach naturschutzfachlichen Aspekten ausgewählt, sie liegen außerdem alle innerhalb des ehemals vorgesehenen Windvorranggebietes. Dieses befindet sich um die Kuppen herum, daher sind die möglichen Standorte alle relativ flach. Eine Bebauung kann ohne große Gelände-Nivellierungen erfolgen.

Auch für die Zufahrtswege werden aktuell mehrere verschiedene Varianten untersucht. Es muss dabei eine Abwägung zwischen Steigung und Länge getroffen werden, um möglichst wenig schützenswerter Wald in Anspruch zu nehmen. Alle Varianten sind mit moderaten Verbreiterungen von ca. 2 Metern von sogenannten Bladeliftern befahrbar.

fläche

Wie viel Fläche wird gebraucht?

Für ein Windrad muss ungefähr ein Hektar Wald weichen. Für 7 Anlagen auf dem Lammerskopf bedeutet das: Rund 7 Hektar. Das sind 0,35 % der Waldfläche auf dem Lammerskopf. Die Hälfte davon kann nach Fertigstellung der Windräder wieder aufgeforstet werden.

ffh

Sind die Standorte im FFH-Gebiet?

2024 wurde das Gebiet am Lammerskopf intensiv untersucht und ein Natura-2000-Gutachten erstellt. Es stellte sich heraus, dass weder das FFH-Gebiet alle schützenswerten Bereiche abdeckt noch alle Bereiche im FFH-Gebiet schützenswert sind. Die möglichen Standorte für Windkraft sind alle außerhalb der schützenswerten Gebiete.

pflanzen

Wie viel Fläche für Energiepflanzen, Sonne und Wind?

Ein Windrad der geplanten Größenklasse beansprucht dauerhaft rund 0,5 Hektar — für Fundament und Kranstellfläche. Hinzu kommt ungefähr dieselbe Fläche temporär als Lagerfläche, diese wird nach Fertigstellung wieder aufgeforstet. Der Wald zwischen den Turbinen bleibt Wald. Für 7 Anlagen auf dem Lammerskopf bedeutet das: Rund 3,5 Hektar dauerhaft gerodete Fläche für bis zu 121 GWh Jahresstrom.

Zum Vergleich: Freiflächen-Photovoltaik bräuchte für denselben Ertrag rund 170 Hektar vollständig belegter Fläche, Energiepflanzen wie Energiemais für Biogas liefern pro Hektar rund 0,023 GWh Strom im Jahr. Um 121 GWh zu erzeugen, wären ca. 5.261 Hektar Ackerland nötig — eine Fläche, die ungefähr der Hälfte des gesamten Heidelberger Stadtgebiets entspricht.

vorranggebiet

Warum plant Heidelberg jetzt selbst?

Das umfangreiche Natura-2000-Gutachten bestätigt, dass die geplanten Windräder am Lammerskopf nicht im Konflikt mit den Schutzzielen des FFH-Gebiets stehen. Sowohl die Obere Naturschutzbehörde als auch der Regionalverband teilen diese Einschätzung.

Die Untersuchung ging weit über das hinaus, was in der Regionalplanung üblich ist. Nur die Zuwegung wurde nicht abschließend geprüft, weil das normalerweise erst im späteren Genehmigungsverfahren passiert. Dennoch strich die Verbandsversammlung den gesamten Standort aus dem Regionalplan, vorgeblich weil durch Wegverbreiterungen 0,3–0,6 Hektar des 250 Hektar großen Lebensraumtyps „Hainsimsen-Buchenwald“ betroffen sein könnten – was den Orientierungswert von 0,25 Hektar minimal überschreitet.

Deshalb plant Heidelberg jetzt über den Flächennutzungsplan selbst. Alternative Trassen und Ausgleichsmaßnahmen für die Zuwegung werden aktuell bereits geprüft.

co2

Wie viel CO2 spart der Windpark ein?

Die 8 Windräder erzeugen 8 * 17,3 GWh/a = 138 GWh/a = 138.000.000 kWh. Eine kWh Kohlestrom emittiert 0,000939 Tonnen CO2, also sparen die Windräder 138.000.000 * 0,000949 = 130.962 Tonnen CO2 pro Jahr. Ein Hektar Wald absorbiert 6 Tonnen CO2 pro Jahr, um also 130.962 Tonnen CO2 zu absorbieren, braucht man 130.962 / 6 = 21.597 Hektar Wald. Der Lammerskopf hat eine Größe von 2.023 Hektar, d.h. man braucht 21.597 / 2.023 = 10,67 Lammersköpfe, um dieselbe Menge CO2 zu absorbieren, wie die Windräder einsparen.

aussehen

Wie sieht es am Lammerskopf aus?

Der Lammerskopf ist ein über 20 Quadratkilometer großes Waldgebiet. Nicht alles davon ist geschützter Lebensraum; es gibt auch innerhalb des FFH-Gebiets große forstwirtschaftlich genutzte Bereiche mit Nadelholz-Monokulturen ohne biologische Vielfalt. Dies wurde durch ein umfangreiches Gutachten untersucht und kartiert.

visualisierungen

Wie sehen die Windräder aus?

Windräder sind nicht unsichtbar. Allerdings sind sie viel weniger auffällig, als uns manche Windkraftgegner glauben machen wollen. Die beiden Simulationen in der Grafik zeigen den Blick Richtung Lammerskopf vom Standort Theodor-Heuss-Brücke; die obere wurde nach dem offiziellen Leitfaden für Windkraft-Visualisierungen erstellt, ohne Vergrößerung und mit normalem menschlichen Gesichtsfeld sowie den nach der Voruntersuchung möglichen Anlagenstandorten. Die untere stammt von Bürgerinitiativen gegen Windkraft und zeigt zu viele Anlagen, nutzt eine Vergrößerung und eine unrealistische Farbgebung. Mehr auf unserer Seite Visualisierungen.

winter

Wie ergänzen sich Sonne und Wind?

Photovoltaik liefert im Dezember und Januar nur einen Bruchteil ihrer Sommerleistung. Windenergie dagegen produziert in den Wintermonaten deutlich mehr Strom als im Sommer. Die Tiefdrucklagen der kalten Jahreszeit bringen die stärksten und konstantesten Winde — genau dann, wenn der Wärmebedarf steigt. Die Grafik zeigt die mittlere monatliche Stromerzeugung der letzten vier Jahre. Dies ist besonders relevant, weil Heidelberg das Fernwärmenetz auf klimaneutrale Wärme umbaut und langfristig das Großkraftwerk als Wärmelieferant wegfällt.