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Natur oder Klima?

Natur und Klima!

Windenergie im Einklang mit der Natur

Windräder dürfen in Deutschland nur gebaut werden, wenn strenge Umweltregeln eingehalten werden. Für den Lammerskopf heißt das: Der Standort liegt in einem Waldgebiet, das gleichzeitig teilweise Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) ist. Ein unabhängiges naturschutzfachliches Gutachten hat deshalb genau untersucht, wo im Gebiet trotz dieser Schutzräume Windräder möglich sind. Das Ergebnis: Es gibt Teilbereiche, in denen Windkraftanlagen gebaut werden können, ohne die Schutzziele der betroffenen Schutzflächen zu verletzen. Genau auf diese Bereiche konzentriert sich die Planung.

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Die Stadt Heidelberg möchte Windenergie nur dort zulassen, wo der Schutz von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen gewährleistet bleibt. Der Bürgerentscheid klärt, ob die Stadt diesen Weg weiterverfolgen soll.

Wird der Wald für die Windräder zerstört?

Beim Bau von Windrädern im Wald werden Bäume gefällt, genau wie bei jedem anderen Bauprojekt. Wichtig ist aber die Größenordnung und die Art der Eingriffe. Für jede Anlage wird nur ein sehr kleiner Teil des Waldes dauerhaft gerodet – vor allem für Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung, pro Windrad circa ein Hektar. Bezogen auf die gesamte Waldfläche auf dem Lammerskopf sind das nur 0,35 %.

Wie viel Fläche wird gebraucht? Anschauliche Darstellung

Neue Wege werden möglichst sparsam angelegt. Wo es geht, werden bestehende Forstwege genutzt und nur verbreitert, statt völlig neue Trassen zu schlagen. Ein Drittel bis die Hälfte der gerodeten Fläche wird nach dem Bau wieder aufgeforstet oder als strukturreicher Waldrand gestaltet. So entstehen neue Lebensräume, etwa für Insekten, Vögel und Reptilien.

Die größten Gefahren für den Wald sind heute Klimakrise, Trockenheit, Borkenkäfer und Luftschadstoffe – nicht der punktuelle Ausbau von Windkraft. Windenergie hilft, den Ausstoß von CO₂ zu senken und so den Wald langfristig zu schützen.

Video und Karten zur FFH-Untersuchung

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Im Video sehen Sie anschauliche Bilder dazu, wie groß die Eingriffe wirklich sind und wie Wiederaufforstung und Ausgleichsmaßnahmen funktionieren. Es wird Schritt für Schritt gezeigt, wie diese Prüfungen aussehen und warum Windenergie im Wald unter bestimmten Bedingungen naturverträglich möglich ist. 
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Die interaktive Karte zeigt Ihnen die geplanten Flächen. Sie können einzelne Lagen der Karte ein- und ausblenden.

Leben Tiere unter Windrädern schlechter?

Viele Menschen haben Sorge, dass Windräder Tiere aus dem Wald vertreiben oder ihnen schaden. Die Forschung und die Erfahrung aus bestehenden Windparks zeigen ein differenziertes Bild. Wildtiere wie Rehe, Wildschweine oder Füchse gewöhnen sich meist schnell an die Anlagen. Sie nutzen die Waldflächen in der Nähe der Windräder weiter. Nur während der Bauzeit meiden sie den Lärm. Danach kehren sie wieder zurück. 

Immer wieder ist auch von Vogelschlag an Windrädern die Rede. Ja, es gibt Kollisionen – sie kommen aber deutlich seltener vor, als oft behauptet wird, und liegen weit unter anderen menschengemachten Gefahren.

Brut- und Rastvögel werden an sensiblen Standorten besonders untersucht. Für jeden Standort wird geprüft: Welche Arten kommen vor? Wo brüten sie? Welche Flugrouten nutzen sie? Wenn es für bestimmte Arten Risiken gibt, werden Schutzmaßnahmen festgelegt – zum Beispiel zeitweise Abschaltungen während der Zugzeiten oder bei bestimmten Wetterlagen. Für Fledermäuse gelten besonders strenge Vorgaben: Moderne Anlagen werden automatisch in Zeiten abgeschaltet, in denen Fledermäuse besonders aktiv sind und somit ein erhöhtes Kollisionsrisiko besteht. Auch empfindliche Arten wie der Rotmilan können in der Nähe von Windrädern leben – wenn sie genug offene Flächen zum Jagen haben, die nicht direkt unter den Windrädern liegen.

Die größten Gefahren für Vögel und andere Wildtiere sind nicht Windräder, sondern Verkehr, Vergiftungen und vor allem Nahrungsmangel durch intensive Landwirtschaft und den Klimawandel. Viele bedrohte Arten können sich an die verschobenen Vegetationsperioden nicht mehr anpassen und sterben aus. Windenergie ersetzt klimaschädliche Energiequellen und trägt dazu bei, Lebensräume langfristig zu erhalten. Und wussten Sie, dass Kohle- und Gaskraftwerke pro erzeugter Strommenge etwa 15-mal mehr Vögel töten als Windräder?

Im Video wird erklärt, welche konkreten Maßnahmen geplant sind, damit Vögel und Fledermäuse am Lammerskopf geschützt werden und in der interaktiven Karte können Sie sehen, wo am Lammerskopf Brut- und Rastgebiete erfasst wurden und wie die geplanten Anlagenstandorte dazu liegen.

Schutzgebiete und Lammerskopf-Gutachten: Was sagen die Fachleute?

Der Lammerskopf liegt teilweise in einem FFH-Gebiet und einem Landschaftsschutzgebiet. FFH steht für „Flora-Fauna-Habitat“ – diese Gebiete sind Teil eines europaweiten Netzes, das geschaffen wurde, um bedrohte Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten dauerhaft zu sichern. Mit der Ausweisung sind keine pauschalen Nutzungsverbote verbunden. Vielmehr gelten sogenannte Schutzziele: Der ökologische Zustand soll erhalten oder verbessert werden. Nutzung ist also nicht grundsätzlich ausgeschlossen – sie muss aber so gestaltet werden, dass die festgelegten ökologischen Funktionen nicht beeinträchtigt werden.

Genau das wurde mit einem umfassenden naturschutzfachlichen Gutachten – der sogenannten Natura-2000-Verträglichkeitsuntersuchung – geprüft. Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass für die geplanten Windenergieanlagen keine erheblichen Konflikte mit den Schutzzielen des FFH-Gebiets bestehen. Diese Einschätzung wurde in einer Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde und anschließend auch vom Regionalverband bestätigt.

Der BUND Steinachtal hat dieses Gutachten kritisch bewertet. Die Gegenargumente dazu sind in einem ausführlichen Fachartikel zusammengefasst. Darin wird erklärt, welche Methoden im Gutachten genutzt wurden, warum die gewählten Standorte die Schutzziele nicht verletzen, wo Aussagen des BUND wichtige Hinweise geben – und wo sie aus fachlicher Sicht nicht korrekt oder nicht vollständig sind.

Wie das Gutachten zustande kam und was alles untersucht wurde, können Sie auch im Video sehen.

Fazit: Klimaschutz und Naturschutz gemeinsam denken

Windenergie im Wald ist kein Widerspruch zu Naturschutz – wenn sorgfältig geplant wird. Für den Lammerskopf bedeutet das: Es gibt ein umfassendes naturschutzfachliches Gutachten. Die Standorte wurden so gewählt, dass die Schutzziele der Schutzgebiete nicht verletzt werden. Eingriffe in den Wald werden begrenzt und durch Wiederaufforstung und Ausgleichsflächen begleitet – darunter die Entwicklung von zusätzlichem Hainsimsen-Buchenwald auf geeigneten Flächen und die Schaffung neuer Amphibien-Biotope. Tiere werden durch umfangreiche Untersuchungen und Schutzmaßnahmen berücksichtigt. Kritik von Umweltverbänden wird ernst genommen und fachlich beantwortet – transparent und nachvollziehbar.

Mit Ihrem Votum beim Bürgerentscheid entscheiden Sie darüber, ob die Stadt Heidelberg diesen naturverträglichen Weg der Windenergienutzung am Lammerskopf weiterverfolgen soll. Bitte nutzen Sie den Erklärfilm und die interaktive Karte, um sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden.